Probeartikel

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Let´s talk about sex

Methoden und Ansätze die helfen, dieses "heiße Eisen" anzugehen

Zielgruppe: Jugendliche, Konfirmanden, Freizeitteilnehmende

Dauer: nach auswahl, 1-2 Stunden

Gruppengröße: ab 6 Personen

"Wenn ihr Jugendlichen anbietet über Sex zu reden, dann müsst ihr dies auch tun und dürft im Gespräch nicht nur über gegenseitiges Vertrauen und Gott reden!"

Was löst dieser Satz in dir aus? Welche spontanen Assoziationen hast du? Kannst du über Sex reden? Hattest du bereits Sex? Wie war oder ist Sex für dich? Ist Sex eine Sünde? Was geschieht da mit deinem Körper, deinen Gefühlen, deinen Hormonen? Was geschieht mit dir- ganz konkret- mit deinem Partner, deiner Partnerin? Was magst du? Wie stehst du zu vorehelichem Sex, zu Homosexualität oder Abtreibung? Weißt du, was die Bibel dazu sagt? Hast du dir schon einmal bewusst gemacht was Jugendliche wollen? Mit wie vielen Jahren sie im Durchschnitt das "erste Mal" erleben? Hast du gewusst, dass die Krankenkasse bis zu einem bestimmten Alter Abtreibungen bezahlt?
Mit Jugendlichen Sexualität zum Thema machen, das ist alles andere als einfach.

Aus welcher Motivation heraus würdest du dieses Thema ansprechen?

Wenn du dich entscheidest, mit Jugendlichen über Sexualität zu sprechen, dann solltest du dir  darüber im Klaren sein, dass sie dich hinterfragen und angehen werden. Mach dir klar, was du von dir preisgeben möchtest und was nicht. Auch Jugendlichen ist einmal eine Frage zu persönlich und sie lachen oder werden rot- warum sollte es dir anders gehen? Es ist nur ehrlich, so zu reagieren.

Wenn wir Christen nicht anfangen, uns für dieses doch intime Thema zu öffnen, werden wir immer mehr Chancen verlieren, um mit Jugendlichen offen darüber kommunizieren zu können. Überlassen wir doch Dr. Sommer das Feld! Also ich möchte das nicht! Sprecht euch im Team miteinander ab. Diskutiert miteinander- so könnt ihr euch über eure Ziele austauschen und findet vermutlich auch schnell die Punkte, an denen es im Gespräch mit der Gruppe auch "heiß" werden wird. Auf alle Fälle solltet ihr offen sein für die Meinung der Jugendlichen. Lasst ihre Meinung zu. Wer von vorne herein mit dem Spruch kommt: "Sex darf nur in der Ehe stattfinden und Abtreibung ist Sünde!" verbaut sich die Chance für einen offenen ehrlichen Disput. Gut wäre es dabei herauszufinden, wer im Team eher die Person ist, die dieses Vertrauen wecken kann, wer den Blick auf die Bibel lenkt, wer gerne bereit ist von sich zu erzählen oder wer die Stunde im Gebet begleitet.

Pädagogische Überlegungen

Überlegt euch, ob ihr das Programm in der gesamten Gruppe anbieten wollt ob ihr Kleingruppen sinnvoller findet. Um in tiefere Gespräche einzusteigen, ist es hilfreich geschlechtsspezifische Gruppen anzubieten. Mädchen und Jungen fühlen sich dann oft freier. Außerdem unterscheiden sich die Themen in der Regel von den Themen, die Jungen umtreiben. Es ist wichtig, dass ihr während des Gesprächs oder der Methoden darauf achtet, wie sich die Jugendlichen verhalten und wie es ihnen geht. Wollen sie an dem Thema dranbleiben? Ist es ihnen unangenehm? Zur Not kann man das Thema auch beenden. Wenn jemand nichts sagen möchte, sollte klar sein, dass es auch ok ist zu schweigen. Solche Gesprächsregeln sollten vorher deutlich gemacht werden. Was ebenfalls wichtig ist: Ihr seid keine Therapeuten.

Doch wie kommt man nun zu einem Gespräch? Wie finde ich heraus, was die Jugendlichen denken?

Vorschläge, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen:

Einstiegshilfen

  • Lieder, Songtexte (siehe Artikel "Nur die Liebe zählt" im Steigbügel Nr. 321)
  • Raum dekorieren (siehe Artikel "Nur die Liebe zählt" im Steigbügel Nr. 321)

Wandzeitung mit Thesen und Bilder

Material: Tonkarton oder Papierbahn, dicke Filzstifte, Thesenblätter, Bilder, Musik und CD-Player

Diese Methode eignet sich sehr gut für einen ersten Einstieg ins Thema. Ihr klebt auf die Zeitung, den Tonkarton oder die Papierbahn eure Thesenblätter und Bilder. Nun wird die Wandzeitung im Raum aufgehängt und während die Musik läuft, oder ihr auf eure Teilnehmenden wartet, können die anderen beginnen, ihre Meinung auf den Blättern zu hinterlassen. So erfahrt ihr, was die anderen denken. Ihr könnt nach etwa 10 Min. versuchen mit den Thesen und den Meinungen in ein Gespräch einzusteigen.

Mögliche Thesen:
Man sollte sich Gedanken darüber machen, was man in einer Beziehung von seiner Partnerin oder seinem Partner erwartet

Auch Sexualität hat etwas mit Gott zu tun

Auszüge aus 1. Korinther 13 oder dem Hohelied der Liebe zitieren

Es fällt mir leicht jemandem zu zeigen, dass sie/er mir wichtig ist

Die Menschen, die sagen, das Aussehen spiele keine Rolle, sagen nicht die Wahrheit

Bild eines glücklichen jungen Paares

Bild eines älteren Paares

Liebe ist ...

Sex ist das Wichtigste in einer Beziehung

Für Jungen und Männer ist der Sex wichtiger als für Frauen

...

Skalieren/ Soziometrie

Material: Kreppband, Fragen bzw. Thesen

Durch den Raum wird von einer Ecke zur gegenüberliegenden Ecke eine Linie gezogen (mit dem Kreppband festkleben). Diese Linie reicht von 1 zu 10. Die 1 bedeutet: "stimme ich nicht zu" - die 10 bedeutet "stimme voll zu". Nun wird die erste These vorgelesen und die Jugendlichen sollen sich auf der Skala zuordnen. Nun sollten die Mitarbeitenden Gelegenheit zum Gespräch geben und bei Einzelnen nachfragen, aus welchem Grund sie an diesem Platz stehen.

Mögliche Thesen:

Die meisten Jugendlichen zwischen 11 und 19 Jahren sind mit ihrem Körper unzufrieden (Impulsfrage: Woran liegt das?).

Um mit jemandem Sex zu haben, muss man diese Person noch lange nicht lieben.

Sex ist auch ohne Liebe völlig in Ordnung.

Ich finde es gut, nur mit Mädchen (nur mit Jungs) über Sexualität zu sprechen.

Mit 14 Jahren sollte man sein ?erstes Mal? hinter sich haben.

Verhütung ist reine Frauensache.

Viele Mädchen haben Sex mit einem Jungen, auch wenn sie es eigentlich noch nicht möchten, weil sie Angst haben, sonst für ihn kein normales Mädchen zu sein.

Ich finde es gut, wenn Menschen sich entscheiden, kein Sex vor der Ehe zu haben.

Viele Jugendliche überspielen ihre Unsicherheit in Sachen Sexualität mit Coolness.

Die meisten Jugendlichen sind nie richtig aufgeklärt worden.

Ungefähr zehn von hundert Mädchen (Jungen??????) verlieben sich bis sie 15 Jahre alt sind mindestens einmal in ein anderes Mädchen und haben auch körperlichen Kontakt zu ihr.

Für Jungen ist das Aussehen wichtiger als der Charakter ...

Beziehungshaus

Material: Papier, Stifte, Bausteine, Klebeband

Es werden Kleingruppen mit 3 5 bis Jugendlichen gebildet. Diese erhalten jeweils einen Stift, ein Blatt Papier und fünf Bausteine. Nun sollen die Jugendlichen fünf Schlagworte aufschreiben, die beschreiben, was für sie in einer Beziehung wichtig ist (Vertrauen, Sex, Gott, Offenheit etc.). In der Gruppe müssen sie sich nun von den eventuell 20 vorhandenen Vorschlägen auf fünf Begriffe einigen und diese an den Bausteinen befestigen. Die Bausteine sollen nun zu einem Haus zusammengefügt werden. Das bedeutet, dass die Jugendlichen sich untereinander einigen, was für sie das Fundament einer Beziehung ist, was die Säulen, Wände bzw. das Dach darstellt. Es ist gut, wenn man im Vorfeld die Zeit begrenzt wurde (z. B. auf 10 Minuten). Anschließend stellen die Kleingruppen ihre Ergebnisse vor. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Beziehungshäuser zum Teil aussehen.

Postkartengalerie

Material: Postkarten mit verschiedenen Menschen (Typen) werden ausgelegt

Unter der Fragestellung: "Welcher Typ gefällt mir?"  und "Welcher Typ gefällt mir nicht?" suchen sich die Jugendlichen zwei Karten aus. Die Jugendlichen berichten sich nun gegenseitig den Grund ihrer Wahl. Dieses Spiel regt zur Auseinandersetzung mit dem persönlichen Schönheitsideal an.
 
Weiterführende Methoden

Körperbild

Material: Zeitungsrolle oder Papier, Stifte

Die Jugendlichen bilden Zweierteams und malen sich gegenseitig in voller Körpergröße auf eine Zeitungsrolle. Was nun folgt, geschieht in Einzelarbeit. Die Leitung liest Fragen vor, die nun jede und jeder für sich beantwortet, in dem er oder sie die Antwort in den Körperumriss schreibt. Bei jeder Frage wird eine andere Farbe verwendet. Die Ergebnisse werden zum Schluss gegenseitig vorgestellt.

Mögliche Fragestellungen

  • Auf welche Veränderungen der Pubertät freust du dich am meisten/hast du dich am meisten gefreut?
  • Auf welche Veränderung freust du dich am wenigsten/hast du dich am wenigsten gefreut?
  • Welche Teile deines Körpers magst du besonders?
  • Welche Teile magst du nicht?
  • Auf welchen Teil deines Körpers bist du besonders stolz?
  • Gibt es Teile deines Körpers, die du eher versteckst?

Radlagermethode

Die Jugendlichen sitzen sich in zwei Kreisen als Paare gegenüber (Innenkreis um Außenkreis). Die Spielleitung liest fünf aufeinanderfolgende Thesen vor (siehe Thesen der Wandzeitung). Zu jeder These findet ein Gespräch unter den einzelnen Paaren statt. Jede Gesprächsphase dauert zwei Minuten und wird durch die Spielleitung eingeleitet und beendet (z. B. mit einer Klangschale). Nach Beenden einer Phase rutscht der Außenkreis um einen Platz nach rechts weiter. So wechseln die Gesprächpartner durch. Vorsicht! Nicht jede kann oder möchte mit jedem reden und umgekehrt!

Spiel mit Thesen und Fragen

Material: Spielkärtchen mit Fragen, Würfel, Schoko-Küsschen oder andere Süßigkeit, Spielsteine (so viele wie Jugendliche)

Die Spielkärtchen mit den Fragen werden in der Mitte in einem Kreis verteilt (darauf jeweils ein Küsschen). Nun dürfen die Jugendlichen der Reihe nach würfeln, die entsprechende Augenzahl vorrücken und die Karte aufdecken auf der sie nun stehen. Die Karte wird laut vorgelesen.. Nun geht es darum, dass die Person, welche die Karte aufdecken musste, zuerst eine Antwort gibt (daher bekommt sie ein Küsschen) und anschließend antworten alle anderen. So kommt man schnell in ein Gespräch. Die beantworteten Fragen werden nun offen an ihren Platz gelegt und die nächste Person kommt an die Reihe. Hier geht es nicht um Schnelligkeit oder darum möglichst viele Karten zu beantworten. Es geht eher darum, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Wichtig! Keiner muss antworten oder darf nur soviel sagen wie er/sie möchte!

Mögliche Fragen:

Dein Freund/deine Freundin erzählt dir, dass er/sie sich in jemanden verliebt hat, sich aber nicht traut, die Person anzusprechen. Was rätst du?

Was ist ein Orgasmus?

Wie denkst du über "Kein Sex vor der Ehe"?

Dein Freund erzählt dir, dass er sich in einen anderen Mann verliebt hat. Wie reagierst du?

Viele haben Angst vor dem "ersten Mal". Was meinst du dazu?

Jungs gehen in sexueller Hinsicht viel zu wenig auf die Wünsche ihrer Freundinnen ein

Gott hat die Sexualität erschaffen, damit es Kinder auf der Erde gibt

Liebe gehört zum Sex wie das Salz zur Suppe

Mädchen schaffen es oft nicht rechtzeitig "stop" zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen

Es fällt mir leicht "nein" zu sagen

Mädchen die keinen Minirock tragen und auf einen weiten Ausschnitt verzichten sind frigide und an Sex nicht interessiert

Sex möchte ich nur mit der Person, mit der ich für immer zusammen sein will

Das Vorspiel beim Sex ist sehr wichtig

Man muss nicht immer verhüten- da wird schon nichts passieren

Dein Freund erzählt dir, dass seine Freundin meint, er sei zu dick und solle abnehmen. Was sagst du zu ihm?

Sex- ABC (eher für Jungs)

Material: Papier, Stifte

Auf einem Zettel steht das Alphabet. Nun sollen sich die Jugendlichen überlegen, was ihnen für jeden einzelnen Buchstaben zum Thema Sexualität einfällt (z. B.: A = Anmache, B = Busen, ... etc.)
Anschließend wird verglichen, wer was geschrieben hat. Manche Dinge müssen bestimmt geklärt bzw. erklärt werden.

Johanna Tückmantel 4/2006 (322)
    

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