Probeartikel

< Wer`s glaubt?!

JA!

Methodische Bausteine zum Wort "ja"

Zielgruppe: Jugendliche, Konfirmanden, Freizeitteilnehmende

Dauer: Völlig variabel, je nachdem ob man eines oder mehrere Spiele macht, die Vertiefung wählt oder nicht, wie ausführlich man die Spiele spielt, ...

Gruppengröße: ab 6 Personen

Idee

Eine Andacht zum Thema "Gottes Ja zu mir", vorbereitet durch einstimmende Lieder und Spiele zum Thema "Ja".

Material

Siehe bei den jeweiligen Beschreibungen.

Ja-Lieder (eine kleine Auswahl)

  • Yes, I believe (bzw. "Jesus first" von Judy Bailey)
  • Du sagst ja (Feiert Jesus 1+2)
  • Ja heute feiern wir (Feiert Jesus 1)
  • Ja, ich danke dir dass du mich kennst (bzw. "Wo ich auch stehe" von    Albert Frey
  • Ja, ja, ja, blau, blau, blau blüht der Enzian (Volkslied)
  • Ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt (Geier Sturzflug)
  • Ja so warn?s die alten Rittersleut (Mundorgel)

Ja-Spiele

Ja-Nein-Schwarz-Weiß

Material: Fragenkatalog (muss noch auf mehr Fragen erweitert werden

Variante 1: Das Spiel wird exemplarisch mit 1-2 Jugendlichen gespielt. Die  anderen schauen zu.

Variante 2: Man erklärt den Jugendlichen die Regeln und lässt sie selbst einen Fragenkatalog erstellen und dann gegeneinander antreten.

Spielregel

Es werden schnell hintereinander Fragen gestellt, auf die man normalerweise mit Ja oder Nein antwortet. Jedoch ist es verboten, ja oder nein zu sagen. Anstatt ja oder nein kann man versuchen, die Antwort zu umschreiben (z. B. Frage: Bist du 18? Antwort: Meines Wissens bin ich erst 17; Frage: Findest du Obama gut? Antwort: Grundsätzlich schon,?).

Wichtig ist, dass sofort geantwortet wird. Bei Verzögerung bekommt man einen Punkt abgezogen, pro richtig "ausgewichener Antwort" einen Punkt gut geschrieben.

Die Verwirr-Regel: Es gibt immer wieder Fragen, auf die man mit "schwarz" oder "weiß" antworten würde. In diesem Fall muss man mit "Ja" antworten (z. B. Frage: Welche Farbe hat Milch? Antwort: Ja, Frage: Welche Farbe hat ein Autoreifen? Antwort: Ja)

Hier einige Fragen als Anregung für weitere:

  • Hast du einen Computer?
  • Findest du schulfrei gut?
  • Trifft sich unsere Jugendgruppe donnerstags?
  • Schenkst du mir Dein Handy?
  • Welche Farbe hat Milch?
  • Essen die meisten Kinder gerne Süßigkeiten?
  • Kannst du Skifahren?
  • Hast du einen Computer?
  • Findest du Tokio Hotel gut?
  • Welche Farbe hat Schnee?
  • Steht die Geschichte von Abraham in der Bibel?
  • Hast du Geschwister?
  • Soll ich dir 10 Euro schenken?
  • Welche Farbe steht für Trauer?
  • Kannst du schwimmen?
  • Rettete Mose immer ein Tierpaar pro Sorte in seiner Arche?

Ja in der Zeitung

Material: zwei identische Zeitungen, Scheren, Papier, Klebestift, Stoppuhr

Spielregel
Zwei Gruppen spielen gegeneinander. Innerhalb 90 Sekunden werden so viel "ja" wie möglich aus der Zeitung ausgeschnitten und auf Papier geklebt. Jedes "ja" zählt einen Punkt, jedes "ja", das in einem Wort versteckt ist, gibt zwei Punkte (z. B. Halleluja, Jamaika, Jagd, Svenja, Jade,?).

Jalli-Jalli

(abgeleitet "Dalli-Dalli"?)

Material: Stoppuhr

Spielregel
Zwei Personen nennen abwechselnd Worte, in denen "ja" versteckt ist. Gespielt wird in zwei Gruppen, jede Gruppe stellt zwei Jugendliche. Die beiden der einen Gruppe beginnen, die der anderen warten vor der Türe oder in einem anderen Raum, um durchs Mithören keinen Leistungsvorteil zu haben. Gewonnen hat die Gruppe, die am meisten Worte in 60 Sekunden gefunden hat. Doppelnennungen werden natürlich nicht gezählt.

Andacht

Ein Satz mit "ja" geistert durch die Lande, wird ständig zitiert und ist berühmt. Genauso wie der Mann, der den Satz gesagt hat. Fällt jemandem spontan ein Satz ein? Oder "ja" auf englisch?

"Yes we can!", der berühmte Satz von Barack Obama.

Es gibt noch andere Sätze, die öfters fallen und in denen ein "ja" vorkommt. "Ja, ich will" als Antwort auf die Frage "Willst du mit mir gehen?" oder sogar "Willst du mich heiraten?".

Ein erlösendes "Ja, du hast die Prüfung bestanden" oder "Ja, wir haben uns unter den ganzen Bewerbungen für dich entschieden" hört man gerne. Zwei Buchstaben, und doch so entscheidend! Das "ja" ist meist ein positives und gutes Wort. Es gibt sogar eine Lebensmittelmarke die "Ja!" heißt. Sie soll wohl den Käufern ein positives Gefühl vermitteln.

Doch nicht nur auf das Wort "ja" kommt es an, sondern auch auf den Tonfall, in dem es gesagt wird. Es gibt durchaus auch andere "ja?s". Z. B. Die Mutter sagt: "Räumst du bitte endlich dein Zimmer auf?" Es tönt ein gedehntes, ungeduldiges und genervtes "Ja-haaa!"

Es gibt auch ein zögerliches "Ijaaa?", das noch nicht weiß, ob es wirklich ja sagen soll, oder ein "Ja, ja", wenn jemand einen anderen abwiegelt (die Botschaft zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus geht).

Ein "ja" kann also doch ganz unterschiedlich gefärbt sein, trotz der nur zwei Buchstaben viel Unterschiedliches bedeuten.

Ein Ja kann immerhin auch nach außen Zustimmung zeigen, innerlich kann es aber lustlos oder eher abwehrend gemeint sein.

Und wie oft sagt oder denkt man "ja, ABER?"

Wie viele "ja?s" sind also nicht grundehrlich gemeint, sondern strategisch, zum Hinhalten, zum Ablenken, um zu beruhigen, jemand loszuwerden, mit Vorbehalt?

Wie viele ehrliche "ja?s" hast du schon bekommen?

Hast du überhaupt schon ein ehrliches "Ja" zu dir selbst gesagt, oder sagst du auch da "Ja, ich finde mich gut, aber wenn ich noch 5 Kilo weniger hätte?, aber wenn ich jetzt noch einen Freund hätte?", aber, aber, aber.

Bei Gott ist es anders. Gott sagt kein "Ja, aber?" Gott sagt nicht ein genervtes oder ungeduldiges "Ja-haaa". Gott sagt nicht aus taktischen Gründen "Ja" und meint "Nein". Bei Gott ist ein "ja" ein "ja". Und in Jesus sagt er "ja". Darin sind keine Bedenken, Ängste oder taktischen Spielchen enthalten. In Jesus sagt er "ja" zu uns Menschen, reicht uns die Hand, um über den unüberbrückbaren Graben zwischen Gott und mir zu kommen. Weil Gott die Menschen nicht aufgegeben hat, zeigt er sein "ja", indem er seinen Sohn Jesus Christus zu uns schickt. Jesus ist Gottes sichtbar und Mensch gewordenes "Ja". Gott sagt durch Jesus Christus "ja" zu uns.

Gottes "ja" ist vorbehaltlos: Ich bin bei dir. Gottes "ja" bedeutet, dass er bei mir ist, in meinen Höhen und Tiefen. Sein "ja" bedeutet, dass ich fröhlich zu ihm kommen kann. Sein "ja"  bedeutet aber auch, dass ich ihm meine Zweifel oder Verzweiflung entgegen schreien kann. Gottes "ja" bedeutet, dass er auf mich wartet, auch wenn ich vor ihm weglaufe. Gottes "ja" bedeutet, er steht mit offenen Armen da, auch wenn ich mich abwende. Gottes "ja" ist felsenfest und sicher, auch wenn vieles andere auf dieser Welt unsicher oder wacklig ist. Gottes "ja" steht von Beginn an über meinem Leben ? schon bevor ich geboren wurde, von Anfang an. Ja zu mir. Dieses ?ja? kann ich nicht kaputt machen, durch nichts. Es ist unerschütterlich.

Die Frage ist, wie ich mit Gottes "ja" zu mir umgehe. Warte ich ab, überlege ich es mir noch, entgegne ich ein "Ja-haaa, aber?" oder ein "Jein", oder ein "Nein" ? oder ein "Jetzt noch nicht". Wie gehe ich mit Gottes "ja" zu mir um?

Ein Tipp: auf Gottes Ja sollten wir unser Amen! sagen. Amen bedeutet: ja, so sei es! Ja, so soll es sein!

Es gibt viele Situationen, wo wir uns überlegen sollten, ob wir mit einem uneingeschränkten "ja" antworten. Aber als Antwort auf Gottes "ja" lohnt es sich "Ja und Amen!" zu sagen, mit voller Zustimmung.

Gott hat sein "ja" zu uns schon gesprochen. Er wartet auf unser Amen: Ja, so sei es.

Vertiefungsmöglichkeiten (am besten nur eine davon auswählen?):

Da sagt Gott Ja

Über folgenden Bonhoeffertext sprechen und jedem den Text auf einer schönen Karte mit nach Hause geben:

Wo Menschen sagen: verloren ? da sagt Gott: gefunden.

Wo Menschen sagen: gerichtet ? da sagt Gott: gerettet.

Wo Menschen sagen: nein ? da sagt Gott: JA!

(Bonhoeffer)

Yes, he can

Überlegen, wie man den berühmten Satz "Yes, we can" in "Yes, he can" umwandeln kann. Nicht nur, in dem man nur einen Buchstaben austauscht, sondern indem man überlegt, was dann alles hinter diesem Satz steckt, wenn man ihn auf Gott bezieht. Wie könnte eine Imagekampagne für Gott aussehen, wenn man sie mit der Imagekampagne und Wahlwerbung von Obama vergleicht?

"Ja" gestalten

Jede und jeder bekommt einen großen Bogen Papier und Stifte und gestaltet "Gottes Ja". Es geht nicht um künstlerische Fähigkeiten, sondern darum, in Formen/Farben/mit Worten oder Bildern etc. das auszudrücken, was mir zu Gottes Ja einfällt, und was mir an Gottes "ja" wichtig ist. Als Beispiel: es könnte ein großes Ja mit "hohlen" Buchstaben geschrieben werden und in die hohlen Buchstaben werden viele Assoziationen geschrieben, die ich mit Gottes "ja" verbinde,?

Gebet

Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter spricht ein Gebet zu Gottes Ja (Achtung, ein Gebet soll ein Reden mit Gott sein und keine Zusammenfassung der wichtigsten Andachtspunkte!). Oder es wird eine Gebetsgemeinschaft gebildet (ohne Druck, denn unser "ja" zu Gott soll von Herzen kommen und nicht aus Gruppendruck heraus.

Sybille Kalmbach, Jugendreferentin, Gärtringen

Aus: Der Steigbügel 4/2009 (334)

Hier gehts
zum aktuellen Heft

Login: