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McNepp & Co.
Ein schottischer Spielabend
Der äußere Rahmen
Ein solcher Abend erhält sein besonderes Gepräge durch die äußere Aufmachung. Daher sollten sowohl die Mitarbeiter als auch die Teilnehmer in folgender Aufmachung erscheinen (rechtzeitig vorher ankündigen):
Schottenrock, Lederbeutel (um den Bauch, evtl. Gürteltasche), Barett, feste Halbschuhe, karierte Kniestrümpfe, karierte Schärpe.
Während des ganzen Abends sollte Dudelsackmusik laufen (in jedem anspruchsvollen Musikgeschäft erhältlich). Wer selber einen Dudelsack hat oder besorgen kann, soll ihn unbedingt mitbringen.
Für die Spiele können sich die Mannschaften oder die Spieler schottische Namen zulegen: McDonalds, Glenlyon, Stewart, Campell, O'Connery, McNepp, McLoyd, McLeroy, Maclan (sprich Mäklän"), MacDonell, McNeill (sprich MäkNiel«), McEnroe, McLean.
Über den Abend verteilt können immer wieder Schottenwitze eingestreut werden. Dasselbe gilt für die Information zu Land und Leuten.
Zum Abschluß des Abends könnte es noch etwas zu essen geben. Je nach Anlaß und Gelegenheit kann dies z. B. sein: Fish und Chips (Fischstäbchen - alternativ Rollmops) und salzige Chips, Schwarztee mit Milch, Honig-Met, Whisky(-Ersatz).
Spiele
Die Schotten sind ein sportliches Volk. Daraus lassen sich viele Spiele übernehmen oder ableiten.
I. Spiele im Freien
A. DISZIPLINEN DER HIGHLAND GAMES:
1. Golf
Im Gelände werden mit einfachsten Mitteln kleine Hindernisse aufgebaut (Wippe, Löcher, Kegel/Flaschen, Zick-Zack-Kurs). Mit einem Hockeyschläger muß ein Tennisball an diesen Hindernissen vorbei bis in einen Eimer bewegt werden.
McNepp schreibt an das Finanzamt: ich habe soeben erfahren, daß man außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben von der Steuer absetzen kann. Ich habe eine Frau, die mir eine außergewöhnliche Belastung ist und ständig Sonderausgaben macht. Kann ich sie einfach bei Ihnen am Finanzamt absetzen oder muß es eine bestimmte Stelle sein
2. Baumstammweitwurf
Ursprünglich handelt es sich dabei um einen schweren Kiefernstamm, der etwa 5 Meter lang ist und in einem Halbkreis so geworfen werden muß, daß er beim Auftreffen genau in Richtung des Werfers zeigt. Bis zum Jahre 1985 ist das angeblich erst drei Werfern gelungen. Bei uns entscheidet jedoch die geworfene Weite. Achtung: Genügend Abstand von Menschen und Gebäuden halten!
"Wenn wir essen gehen, essen wir immer à la carte", erzählt McNepp ganz stolz seinem Freund. Darauf dieser: "Ist das denn nicht sehr teuer?"
"Nein, im Gegenteil. Ich mische immer kräftig, dann darf jeder ziehen, und wer die höchste Karte hat, darf sich
etwas bestellen!"
3. Hammerweitwurf

Bekannt als throwirig the hammer« (schon seit 900 Jahren). Dabei kann entweder das übliche Sportgerät der Hammerwerfer (in der Schule ausleihen) verwendet werden oder tatsächlich ein echter Hammer (Fäustling). In beiden Fällen muß unbedingt ausreichend Abstand zu Gebäuden und Menschen gehalten worden!
"Glauben Sie mir erklärt Frau McNepp einem Staubsaugervertreter, -ich brauche bestimmt keinen.
Aber gehn Sie mal rüber zu meinen Nachbarn. Der Staubsauger, den ich bei diesen knickigen Geizkragen immer ausleihe ,
ist ein uraltes Modell!"
B. MENSCHEN UND TIERE
4. Reiten
Hindemisparcours für Pferd und Reiter (im Huckepackverfahren)
Ein schottischer Arzt ist ein begeisterter Jäger.
Nach der Jagd fragt ihn ein Freund: "Na, hattest Du Erfolg?".
"Na und ob! Wild habe ich zwar keines erlegt. Aber seit der Treibjagd habe ich fünf Patienten mehr!"
5. Hängebtrieb
Im Herbst müssen die Schafe wieder eingefangen und allesamt in einen Pferch gebracht werden. Dabei bindet der
Schafhirte ein dickes Seil um die Hammelherde (die anderen Spieler) und zieht diese möglichst schnell über die
vorgegebene Strecke.
Eine deutsche Reisegruppe besucht das schottische Hochland. Der Reiseführer zeigt ihnen unter anderem "McNapps cave"
und kommentiert dazu: Dies ist eine der faszinierendsten Höhlen von ganz Schottland!.
Darauf einer aus der Gruppe: Na , ich weiß ja nicht, was daran so besonders sein soll.
Die ist ja gerade mal drei Meter lang und kaum zwei Meter hoch. Der Reiseführer:
Das stimmt schon. Aber wenn man bedenkt, daß es ursprünglich nur ein Mauseloch war - so lange,
bis McNepp ein Pennystück hinein fiel
6. Ins Gras beißen
Hier muß Gras -über eine vorgegebene Strecke transportiert werden. Am einen Ende befindet sich eine Schubkarre mit einem kräftigen Haufen Gras (im Sommer schöne, lange Grashalme verwenden). Die Spieler müssen das Gras möglichst schnell bündelweise im Mund zum anderen Ende transportieren.
McNepp im Reisebüro: "Wieso suchen Sie sich bloß so ein langweiliges Nest als Urlaubsziel aus?"
"Ja wissen Sie, ich habe nur fünf Tage Urlaub, da soll es mir wenigstens so lange wie möglich vorkommen!"
II. Spiele im Raum
7. Curling
Auf den Boden wird mit Kreide ein Kreis gemalt. Die Spieler versuchen nun, mit einem Kochtopf als "Eisstock" den Kreis zu treffen.
McNepp sitzt im Zug. Plötzlich kommt ein Maskierter herein: "Geld oder Leben!"
McNepp: "Ich habe nichts und kann Ihnen nichts geben".
"Ist ja schon okay, Mann, aber warum zittern Sie dann so?"
"Ja ich dachte schon, es sei der Schaffner!"
8. Aufnahme in den "Mäh"-Club
In den Club der Schafzüchter kann nur aufgenommen werden, wer selber laut "mähen" kann.
Dazu brauchen wir also einen Freiwilligen. Er muß versuchen, gegen die ganze Mannschaft
"anzumähen". Auf Kommando blöken also er und seine Gegenspieler. Natürlich kommt er gegen
diese nicht an. Er bekommt anfeuernde Worte und darf es nochmals versuchen. Wieder wird die Menge
lauter sein als er. Erneut wird er angespornt. Beim dritten Versuch holen Weder alle Luft. Aber
während der Kandidat nun noch einmal alle Kräfte mobilisiert, blöken die anderen diesmal nicht.
Man hört allein das Mähen" des schwarzen Schafes".
Da dieses Spiel auf Kosten des Kandidaten ausgetragen wird, sollte dieser nicht allzu sensibel sein.
McNepp geht mit seiner Frau an einer Würstchenbude vorbei.
Darauf sagt sie: "Oh, wie das toll duftet!"
McNepp: "Liebling, wenn Du möchtest, laufen wir gern noch mal dran vorbei."
9. Geld-Spiele
Die Schotten sind ja für ihre angebliche übertriebene Sparsamkeit bekannt. Daher ein paar Spiele
zum Umgang mit Geld.
- Schätzen, welchen Gesamtwert ein auf dem Tisch liegender Haufen Pfennigstücke hat
- Wieviel Pfennige ist ein Penny wert?
(Tageskurs siehe Bank oder Tageszeitungen; Stand Herbst 1993: 1 Penny = 2,35 Pfennige)
- Wieviel wiegt ein schottisches Pfund in Pfennigen? Das heißt, ein schottisches Pfund sind
ca. 2,35 Mark (= 235 Pfennige mal ... Gramm je Pfennigstück). Zur Anschauung können
auf der Bank die entsprechende Anzahl Pfennig-Münzen eingetauscht und auf einer Küchenwaage gewogen werden
- Pfennig-Fußball
- Penny-Tower
- Solange einen möglichst hohen Turm aus Pfennigstücken bauen bis er umfällt
10. Dudelsackwettpfeifen
McNepp trifft einen Freund und wundert sich: "Du stotterst ja gar nicht mehr."
"Ja weißt Du, ich bereite mich auf mein Ferngespräch nach Amerika vor."
Quizfragen
- Nennt mindestens zwei bekannte, schottische Städte: Edinburgh, Glasgow, Abberdeen
- Wie heißen die berüchtigten schottischen Seen und Meeresarme: Loch
- Wie nennt man den berühmten Schottenrock? Kilt
- Welche der folgenden Inselgruppen befinden sich vor der schottischen Küste?
Balearen (nein)
Hebriden (ja)
Shetlands (ja)
Bermudas (nein)
Orkney-Insein (ja)
- Wieviel Einwohner hat Schottland? a) 3,1 Millionen b) 5,5 Millionen (richtig) c) 8,9 Millionen
- Ist es richtig, daß die Schotten eine eigene Währung haben, nämlich das schottische Pfund?
Ja (es ist gleichviel wert wie das englische Pfund und wird auch in England akzeptiert. Auf den
Banknoten sind aber nur schottische Persönlichkeiten abgebildet).
- - Wie heißen die Ureinwohner Schottlands?
a) Kelten (richtig)
b) Normannen
c) Kaledonier (auch richtig; so nannten sie die Römer)
- Welchen berühmten Schutzwall bauten die Römer zum Schutz gegen die in ihr
Reich einfallenden Schotten? Den Hadrianswall
- Wie nennt man die Familiensippen, die sich in Schottland immer wieder blutig bekriegten? Clans
- Wie hieß die bekannt gewordene Königin von Schottland? Maria Stuart
Wissenswertes
Viele schottische Familiennamen beginnen mit "Mac" bzw. Mc" (z. B. John McEnroe).
"Mac" hieß im Gälischen nichts anderes als Sohn". Also heißt .MacDonald" nichts anderes als
der Sohn von Donald". Auch das Wort Clan kommt vom gälischen Clann« und bedeutet je nach
Übersetzung Kinder bzw. .Familie". Viele Clans hatten ein eigenes Schloß oder sogar ein Museum.
Die Clan-Chiefs (Stammeshäuptlinge) waren die absoluten Herrscher des Clans. Ihr Wort war Gesetz
und konnte Leben oder Tod bedeuten. Es gibt unzählige Berichte über die blutigen Auseinandersetzungen
der Clans untereinander und später gegen die Engländer (z. B. das Massaker von Glencoe). Dichtung
Wahrheit vermischen sich dabei oft.
Das bekannte schottische Kleidungsstück ist der Schottenrock, der sogenannte Kilt. Er ist gekennzeichnet durch viele Falten und die individuellen Karomuster. Wie aus alten Steinreliefs hervorgeht, trugen die schottischen Hochlandbewohner ("Highlander") schon vor mehr als tausend Jahren dieses Kleidungsstück. Nach der fehlgeschlagenen Rebellion der Jakobiten unter Bonnie Prince Charlie' im Jahre 1745 wurde er verboten. Erst der Schriftsteller Sir Walter Scott konnte den englischen König Georg IV. dazu bewegen, bei seinem Schottlandbesuch über seine rosa Strumpfhose einen Kät zu tragen. Seit diesem Tag ist er wieder erlaubt und freut sich größter Beliebtheit. Die alte Frage, ob überhaupt und was unter dem Kilt getragen wird, läßt sich nur in der persönlichen Begegnung mit einem Schotten klären.
Das Stricken und Weben wurde in Schottland zwar durch die Wikinger eingeführt, entwickelte sich jedoch bald zu einem eigenen, schottischen Heimindustriezweig. Die Tweed-Stoffe sind nach dem gleichnamigen Fluß im schottischen Grenzland benannt. Es wurde nur Wolle der heimischen Schafe verwendet. Das fertige Produkt wurde jedoch schon im 11. Jahrhundert von Mönchen exportiert. Es genießt noch heute den Ruf guter Qualität.
Das jeweilige Karomuster nennt man Tartan. Jeder Clan hatte ein eigenes Muster (ähnlich einem Familienwappen). Aus dem gleichen Muster wurden auch Umhängetücher/Scherpen (sogenannte Plaids) gefertigt. Bis zum 19. Jahrhundert wurden diese ausschließlich von den Hausfrauen in Eigenproduktion hergestellt. Seit dem 18. Jahrhundert wurden diese Tartans auch als Kennzeichen für die Hochlandregimenter eingesetzt. Für den Schotten verband sich daher sehr viel Stolz und Identifikation mit dem Kilt.
Ein weiterer Wirtschaftszweig war von jeher die Schafzucht. Übrigens: Es gibt in Schottland mehr Schafe als Menschen. Die meisten davon sind das Jahr Ober auf freien Weiden ohne Zäune.
Mit der Vorstellung von Schottland verbindet sich unwillkürlich auch der Dudelsack (englisch: bagpipe). In früheren Zeiten war dies ein Solo-Instrument. Jeder Clan-Chief hatte seinen eigenen Dudelsackpfeifer. Später wurde er auch militärisch eingesetzt. Jedes Regiment hatte seine eigene Dudelsackkapelle. Für die Schlachten wurden viele Melodien komponiert - sogenannte "Pibrochs"
Großer Beliebtheit erfreuen sich in Schottland bis heute die Hochlandtroffen (Highland gatherings) und die Hochlandspiele (Highland games), die fast über den ganzen Sommer verteilt stattfinden. Bis heute treffen sich dort die Clans, präsentieren und messen sich in sportlichen Wettkämpfen, Volkstänzen, Dudelsackspielen und alten Bräuchen. Außerdem werden viele Festivals veranstaltet, bei denen Gaukler, Wahrsager, Zauberkünstler und Musikanten auftreten und Barden alte gälische Gedichte und Lieder vortragen. Zum Teil werden auch noch alte Wikingerfeste gefeiert. Bei den Common Ridings« reitet die männliche Bevölkerung die Gemeindegrenze entlang und spielt zum Teil historische Ereignisse nach.
Die schottische Küche ist besser als ihr Ruf. Sie unterscheidet sich stark von der englischen Küche und weist aus alten Tagen viele Verbindungen zur französischen Küche auf. Zu den Delikatessen gehören Wild (Fasan, Rebhuhn, Reh) und Hammelfleisch, Pasteten, Lachse und Forellen, allerlei Meerestiere sowie Honig, Konfitüren und Beerenobst. Bekanntheit erlangte unter anderem das Aberdeen Angus« - Rindfleisch von Spitzenqualität von den Eastern Highlands, einer speziellen Rasse von Hochlandrindern.
Das Frühstück ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Es besteht aus Muscheln und gebratenem Speck oder aber aus Porridge (Haferbrei), mürben Kuchen, Orangenmarmelade oder Bücklingen.
Eine ebenso eigenartige Spezialität ist Haggis: Dabei handelt es sich um eine Art Wurst, bei der verschiedene Innereien wie Leber, Lunge, Herz zusammen mit Mehl, Zwiebeln und Gewürzen in einem Schafsmagen gekocht werden. Die arme Bevölkerung nutzte so auch die letzten Teile des geschlachteten Schafes. Gegessen wird es übrigens zusammen mit Kartoffelpüree und Steckrüben.
Auch bei den Getränken kann sich Schottland sehen lassen. So gibt es mehrere Dutzend verschiedene Biersorten. Weit weniger bekannt ist allerdings, daß in Schottland sehr gerne Wein getrunken wird. Auch hier zeigt sich die Ver-wandtschaft zur französischen Küche. So führten auch die Schotten als erste Portwein und Sherry in Nordeuropa ein.
An dieser Stelle muß natürlich noch ein, Wort zum Whisky gesagt werden. So ist für die älteren Jahrgänge wohl kaum eine Mahlzeit ohne dieses Malzgetränk denkbar. Die schottische Jugend macht sich jedoch nicht sehr viel daraus. In der gälischen Ursprache nennt man ihn übrigens Uisge Beatha" (sprich: Uschka Baha"), was so viel wie Lebenswasser' bedeutet. Die Ursprünge der Whisky-brennerei gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Es gibt über 2 000 Sorten. Ken-ner trennen streng zwischen dem schottischen Scotch« und dem amerikani-schen Bourbon" (dies drückt sich auch in der abweichenden Schreibweise .Whiskey" aus). Um den scheinbar so unvergleichlichen Geschmack zu erreichen, muß das Gebräu nach der Destillafion mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert werden. Dabei verdunsten jedes Jahr 90 Millionen Liter. Entsprechend der deutschen Weinstraße gibt es in Schottland die 110 kilometer-lange "Whiskystraße"
Andacht
Als Abschluß für den Abend könnten - in Anlehnung an die schottische Sparsamkeit - u. a. folgende
Bibelstellen verwendet werden:
- Der reiche Kornbauer (Lukas 12,16-21)
- Der reiche Jüngling (Matth. 19,16-26)
- Dem Mammon dienen (Matth. 6,24)
- Salbung in Bethanien (Joh. 12,1 -11)
- Kostbare Perle (Matth. 13,45-46)
Hinweis: Ein bekanntgewordener Schotte ist Eric Lyddell
(Leichtathlet, Steigbügel Nr. 227: Der Mann, der am Sonntag nicht lief).
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